News

Zeulenroda, 21.04.2020

Noch weit vor der Ausbreitung des Corona-Virus wurde mein Wunsch immer stärker, meine persönliche Website von 2005 fortzuführen.

Nichts aber soll gegen RENFT stehen.

2005/06 produzierte ich meinen mit eigenen Mitteln finanzierten Mauer-Song und stellte ihn der Öffentlichkeit über diese Website vor.
Ich hatte damals Mauer und Flucht als Thema und Bereicherung für RENFT gesehen. Bereits in den 1980-er Jahren komponierte ich eine beträchtliche Anzahl unterschiedlichster Songs und Fragmente und entwickelte sie bis auf den heutigen Tag weiter.

Nun, im fortschreitenden Alter wird mein Verlangen größer, mein so genanntes Lebenswerk darzulegen.

Bereits nach dem Fall der Mauer und der wieder aufgenommenen Konzerte RENFT’ s, ich erinnere an die Tour mit Karussell im Mai 1990, stellte ich den damaligen Musikern der Band meine Songs vor, um das Repertoire zu erneuern. Anfang 1991 kam ein Vertrag mit Modern-Music und Karl Walterbach zustande, um in Ostrava eine Platte mit meinen neuen Songs einzuspielen, ohne Klaus und Pjotr, aber mit Cäsar und Sohnemann Robert, Produzent Thomas Stiehler. Leider war’s ein Flop, die Band und auch ich waren nicht reif genug.

Nach vielen Erklärungen für diesen Vorgang kam es zur Neubildung RENFT‘ s.
Ab April ‘94 übernahm ich das Booking für RENFT, es war eine relativ entspannte Zeit und 1996 produzierten wir für meine Begriffe eine der schönsten Live-CDs – ohne Klaus. Nach ständigem Suff und Streitereien beschloss die Band kurz danach, sich von Klaus Jentzsch zu trennen. 1997 folgte P. Kschentz. Und die bisherige Band musste sich dann Monster’ s Renft nennen.

1999 erfolgte dann die Auflösung und ich lernte Matze Schramm kennen, mit dem ich 3 neue Songs als Demo produzierte. Die RENFT-Band war mich los.

Anfang 2000 kam ich wegen Verdachts auf Schlaganfall für etwa 3 Wochen ins Krankenhaus. Keine Panik, aber ich dachte, jetzt arbeite so intensiv wie möglich an deinen Songs.
2004/05 gab es erste ernstzunehmende Kontakte aller ehemaligen und neuen RENFT-Musiker, man holte mich wieder als Sänger, denn Kuno warf das Handtuch, erstens hatte er keine Lust mehr und zweitens litt er damals schon unter Hörverlust.
Als Gitarrist Heinz Prüfer 2007 durch einen Verkehrsunfall leider ums Leben kam, sah ich mich gezwungen, wieder das Booking zu übernehmen – RENFT hatte bedauerlicherweise nie ein Management. Pitti Piatkowski als neuer Gitarrist, gab der Band endlich den Halt, den eine Band auch braucht.

Doch um der Band einen Neustart zu geben, reichte es nicht.

Ausschlaggebend waren unterschiedlichste Auffassungen innerhalb der Band über Musik schlechthin. Und meine Lieder, so stellte sich jetzt erst heraus, entsprachen nicht einer mit RENFT zu identifizierenden Musik, ganz zu schweigen von den Texten. Ich habe dieses Drumherum nie verstehen können.

Natürlich bin ich von anderen Kriterien ausgegangen, einen Song zu arrangieren. Schon etwa seit 1978 war mir der Einfluss von Brian Eno, Bryan Ferry, Robert Fripp und natürlich David Bowie die Farbe, mit der ich zukünftige Songs malen wollte, und ebenso mit Texten, die mehr oder minder eine assoziative Bilderwelt schaffen sollten und bestens für den deutschen Gesang geeignet. Doch ich spürte schon seit Jahren eine gewisse Stagnation, gar Lethargie bei RENFT. Hinzu kam eine Probenüberdrüssigkeit, die von D. Kriese auch noch intellektuell begründet wurde.

Ähnlich lautende aberwitzige Argumente mir gegenüber bezüglich eines Keyboarders ließen mich geradezu verzweifeln. Ich habe für RENFT, was auch meine Heimat ist und durch das Verbot mehr als fundamentiert ist, stets mein Herzblut hingegeben. Das erklärt auch meine oftmals vehementen Ausbrüche gegenüber dem Drummer Delle Kriese.

Das Markus Schloussen schon seit langem kränkelte und zuletzt kaum noch Kraft hatte, den Bass einer Rock-Band, wie er sie nannte, zu spielen, das blieb kaum jemandem verborgen. Aber wie kann man eine solche Situation meistern?

Doch die hier recht umfangreichen eher biographischen Ausführungen möchte ich jetzt aus zeitlichen Gründen nicht mehr fortsetzen. Ich werde das später in meiner Biographie, die ich hoffentlich, dank Corona, beginnen werde, noch zur Genüge tun. So müssen wir akzeptieren, was so gekommen ist und somit auch das Schicksal dieser Band.

Es gibt also vernünftige Gründe für die Aktualisierung meiner Website, welche aber erst durch das Bemühen von Uwe Lehmann zustande kommt. Wir werden interessantes Material bereitstellen, z.B. aus den 90-er Jahren reichlich emotionale Dokumente.
Am wichtigsten erscheint mir aber, neue Lieder und Texte inkl. derer, die ihr schon kennt, vorzustellen.

Damit helfen wir, die teils widersprüchlichen Informationen über RENFT und mich aufzuklären und diese Website wieder lebhaft über ein dem Datenschutz entsprechendes Gästebuch zu gestalten.

Thomas „Monster“ Schoppe